Review: ECRS Symposium „Reputation Capital“
Von: KK / 17.11.09
Das European Centre for Reputation Studies (ECRS) hat vergangenen Freitag seine inzwischen vierte Konferenz zu aktuellen Herausforderungen des Reputation Management veranstaltet, dieses Jahr im Mercedes-Benz-Center in München. Thematisch stand die Veranstaltung unter dem Motto „ Reputation Capital – Building and Maintaining Trust in the 21st Century“. Stattgefunden an einem Freitag den 13., hat die eintägige Konferenz der „Reputation“ dieses Datums zum Glück nicht entsprochen.
Im kleinen Kreis wurden Ansätze diskutiert, wie sich nach der Wirtschaftkrise Vertrauen besser schützen bzw. neues Vertrauen aufbauen lässt. Mark Eisenegger vom Forschungsbereich Öffentlichkeit und Gesellschaft (fög) der Universität Zürich und Jonathan Silberstein-Loeb vom Centre for Corporate Reputation der Universität Oxford haben mit zwei unterschiedlichen Ansätzen zu Aufgabe und Funktion von Reputationsmanagement und Kommunikation das Symposium eröffnet und die wissenschaftliche Perspektive eingebracht. Frank Herkenhoff, Leiter Media Relations der Deutsche Börse AG, hat einen konkreten Ansatz zur Messung von durch die Massenmedien bedingten Reputationsrisiken im Unternehmen vorgestellt und aufgezeigt, dass ein Reputation Risk Scoring analog dem etablierten unternehmensinternen Risk Management möglich ist. Jan Müller, verantwortlich für das Issues-Management beim deutsch-französischen Luft-, Raumfahrt- und Rüstungskonzern EADS hat gezeigt, wie sein Unternehmen versucht Reputationsrisiken frühzeitig zu erkennen und zu steuern. Dazu dient ein neueingeführtes umfassendes Issues-Management-System, dass es ermöglichen soll, Risiken zu identifizieren, gewichten und aktiv zu steuern. Stefan Denig, von der Siemens AG und ebenfalls zuständig für das Issues Management seines Unternehmens, Jens Rupp, Sustainability Manager von Coca-Cola Hellenic Bottling, und David B. Rockland, Partner und Managing Director von Ketchum und in dieser Funktion verantwortlich für die weltweite Kommunikationskampagne „The Human Element“ des US-amerikanischen Chemieriesen Dow haben Best Practices aus ihrer konkreten Unternehmenspraxis vorgestellt.
Georg Kolb, der die Social Media Unit der Kommunikationsberatung Pleon verantwortet, hat auf Reputationsrisiken im Web 2.0 und die neue „Macht“ von Online-Communities aufmerksam gemacht, aber auch die Chancen benannt, die sich für Unternehmen durch die sozialen Medien und eine vernetzte Gesellschaft eröffnen. Im abschließenden Workshop sollten die Partizipienten im Fallbeispiel die geeignete Reputationsstrategie auswählen, die sich als gewinnbringend für ihr Unternehmen auswirkt. Grundlage sind die vom ECRS ausgemachten vier Reputationsstrategien Total Return, Value, Growth und Hedge, die von den entsprechenden Investment- strategien am Kapitalmarkt abgeleitet wurden und Reputation als strategisches Investment definieren.
Unsere Autorin Kristin Köhler war in München vor Ort. Lesen Sie hier ihren ausführlichen Bericht über die Konferenz-Highlights (in Englisch).
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